Gottes Führung in der Nacht

Um Dir von meiner nächtlichen Gotteserfahrung erzählen zu können, muss ich Dir etwas eingestehen, worauf ich überhaupt nicht stolz bin. Zu Semesterbeginn waren ein paar Freunde und ich auf einer Feier. Natürlich hatten wir davor ordentlich vorgeglüht und sind erst ca. um Mitternacht auf die Feier gegangen. Da ich schon lange nichts mehr getrunken hatte und sowieso nicht viel vertrage, hatte ich schnell meine Grenze überschritten, ohne mir dessen wirklich bewusst zu sein. Und falls doch, war mir das offensichtlich in dem Moment egal. All meine Vorsätze waren dahin.
Ungefähr um halb drei nachts, war ich dann zum Glück soweit vernünftig, dass ich heimgegangen bin, auch wenn die anderen noch weiter feierten.
Mittlerweile weiß ich absolut nicht mehr wie ich heim gekommen bin, aber das ist nicht so verwunderlich, da ich schon beim heimlaufen keine Ahnung hatte wo ich überhaupt war. Ich kann mich noch deutlich an das Gefühl erinnern allein und hilflos zu sein. Ich wusste absolut nicht wohin ich lief, dabei bin ich die Strecke von der Feier zu mir nach Hause schon einige Male gelaufen. Und in meiner Verzweiflung habe ich nicht nur laut geweint, sondern auch zu Gott gebeten bzw. mit ihm gesprochen, ihn angefleht. Ich weiß nicht mehr genau, was ich gesagt habe. Ich weiß nur noch, dass ich wie ein kleines Kind geweint und kindlich verzweifelt zu ihm gesprochen hatte. Er war mein einziger Anker, meine Hoffnung doch noch nach Hause zu finden, nicht allein zu sein.
Und wie durch ein Wunder stand ich dann auf einmal vor meiner Haustür. Irgendwie habe ich es dann auch noch in mein Bett geschafft und bin sofort eingeschlafen. Erst am nächsten Morgen konnte ich das Geschehene richtig begreifen. Gott bzw. Jesus war die ganze Zeit bei mir. Als ich darüber nachdachte, überkam mich ein wohliges Gefühl der Gewissheit. In der Not, als ich überhaupt nicht wusste wo ich war und wie ich heim kam, bin ich ihm einfach blind gefolgt, ohne es selbst zu wissen. Ich bin ihm unendlich dankbar, dass er mich in dieser Nacht nicht allein gelassen hat, dass er immer ein Auge auf seine Kinder hat.
Dieser Vorfall hat mich gelehrt, dass ich ihm blind vertrauen kann. Wie in dieser Nacht weiß ich auch oft im Alltag nicht weiter oder denke den Weg zu kennen, ohne es wirklich zu wissen. Und in all diesen Situationen kann ich ihm blind vertrauen, denn er wird es immer besser wissen und mich führen. Ich brauche mir keine Sorgen über den nächsten Tag, die nächste Woche oder das nächste Jahr zu machen. Ich brauche ihm nur zu vertrauen, zu folgen und mein Bestes zu geben.