Emba. Bittersüße Lüge

von Carina Zacharias



Inhalt


Emba ist die Tochter des Industria-Inhabers Elias. Sein Unternehmen steuert die gesamte Energie auf der Erde und somit besitzt er sowohl viel Macht als auch viel Geld. Um Energie zu erlangen, müssen Runare getötet werden, denn diese Wesen bestehen aus reiner Energie. Doch Runare leben in der Wildnis an abgeschiedenen Orten. Um sie zu fangen, gibt es extra ausgebildete Runarjäger. Und genau so einer will Emba werden. Ihr Vater ist zwar dagegen, lässt sie aber dennoch an der Aufnahmeprüfung der Jägerschule teilnehmen. Obwohl etwas bei ihrer Prüfung falsch gelaufen zu sein scheint, besteht Emba sie dennoch. Allerdings treten im Laufe ihrer Ausbildung immer mehr Fehler im System auf, die es eigentlich nicht geben darf. Auch werden ihre Albträume immer intensiver und eindringlicher. Wer möchte verhindern, dass sie ihre Ausbildung fortsetzt? Und wer ruft sie in ihren Träumen um Hilfe?


Meine Meinung


zu Emba
Als einziges Kind wird Emba von ihrem Vater sehr verwöhnt. Elias lässt ihr eigentlich alles durchgehen, weshalb Emba keine Grenzen und keine Regeln kennt. Vor allem in der Schule bereitet ihr das Probleme. Ständig muss sie ihr eigenes Ding machen und kann sich nicht an die Vorgaben der Lehrer halten. Mir persönlich ging Emba anfangs ganz schön auf die Nerven. Nicht einmal einen Apfel konnte sie selber zerteilen, weil das sonst immer ihr Zimmermädchen für sie macht. Auch dass sie sich nie an eine Vorgabe halten konnte, machte sie mir unsympathisch. Ein bisschen Rebellion finde ich ja gut, aber Emba hat einfach nicht gelernt, sich auch mal zurückzunehmen.
Zum Glück ändert sich das im Laufe der Geschichte. Auch wenn Emba immer noch ohne Grenzen lebt und damit ihren Freund ein paar Mal rücksichtslos in Schwierigkeiten bringt, wird sie doch zugänglicher. Zuerst konnte ich mich überhaupt nicht mit ihr identifizieren, aber umso länger sie an der Schule war, desto besser wurde es. Allerdings ist diese verwöhnte Protagonistin von der Autorin bewusst so gestaltet worden und den anderen in der Leserunde, hat das absolut nicht gestört (siehe „Leserunde“).

zur Liebesgeschichte
Die Liebesgeschichte zwischen Fynn und Emba fand ich etwas lahm. Vor allem haben mich persönlich einige Details an die Beziehung von Tris und ihrem Freund aus „Die Bestimmung“ erinnert. Schon vom ersten Augenblick an, scheint Fynn nur ein Auge auf Emba geworfen zu haben. Ständig ist er um sie herum. Dass Emba ihre Gefühle für Fynn erst leugnet und nicht richtig deuten kann, ist insofern verständlich, da sie bis dahin keinen bzw. kaum Kontakt zu Gleichaltrigen hatte. Es war also von Anfang an klar, dass sie zusammen kommen werden.
Eine kleine Hoffnung habe ich aber dennoch, dass diese Beziehung vielleicht noch etwas interessanter wird. Fynn will nämlich unbedingt bei Industria arbeiten und versucht die Jägerausbildung als Sprungbrett zu nutzen. Vielleicht hat Fynn sich deshalb gleich von Anfang an um Emba bemüht, um so ein Praktikum dort zu erlangen. Denn richtig komisch war auch, dass er alles über ihren Vater weiß; selbst welche Eiscreme er mag. Fynn himmelt Elias richtig an. Und dank Emba hat er auch von Elias das ersehnte Angebot zu einem Praktikum bei Industria bekommen. Sollte es sich im zweiten Band doch noch herausstellen, dass Fynn Emba nur ausgenutzt hat, wäre die Beziehung zumindest nicht gar so langweilig.

zur Darstellung von Sex
Da das Buch hauptsächlich für Jugendliche bzw. junge Erwachsene ist, wird aus meiner Sicht viel zu leichtfertig mit dem Thema Sex umgegangen. Sätze wie „Hör zu, du musst dir gar keine Gedanken machen. Es ist überhaupt nichts dabei. Du kannst nichts falsch machen.“ vermitteln ein falsches Bild. Vielleicht kann man so gesehen nichts falsch machen, aber es ist sehr wohl etwas dabei.
Außerdem muss man bedenken, dass Fynn und Emba erst zwei Monate zusammen sind und die Beziehung jederzeit in die Brüche gehen kann. Heutzutage mögen zwei Monate vielleicht schon eine Ewigkeit sein, aber das heißt noch lange nicht, dass das richtig ist und dieses Bild an junge Teenager weitergeben werden sollte.
Auch die Erwähnung, dass Coco bereits mit ihrem Ex geschlafen hat, stellt Sex als etwas da, was man schon längst in Embas Alter hätte machen müssen und es gar nicht schlimm ist, wenn danach die Beziehung in die Brüche geht. Als wäre es wie zusammen Sport machen und würde keine Folgen mit sich tragen.
Für Christen bzw. Menschen, die es nicht richtig finden, dass Sex als etwas Bedeutungsloses dargestellt wird, kann ich daher das Buch nicht empfehlen.

zur Handlung

Das Buch enthält sowohl Elemente aus Fantasy als auch aus Science-Fiction. Die Kombination an sich ist der Autorin gut gelungen. Allerdings geht es in „Bittersüße Lüge“ hauptsächlich um die Jägerschule und die Liebesbeziehung zwischen Fynn und Emba. Erst innerhalb der letzten Kapitel wird es spannend. Die Kapitel davor sind nur nett zu lesen. Für eine Lektüre gegen die Langeweile kann man es demnach schon mal lesen, ist aber nichts was man gelesen haben muss.
Die Idee der Handlung allerdings hat mir sehr gut gefallen. Schade nur, dass sie kaum umgesetzt wurde. Gerade die Runare, die das Buch zu etwas Besonderem machen, spielen erst gegen Ende eine entscheidende Rolle. Somit hätte ich am liebsten da weitergelesen, als das Buch zu Ende ging. Daher kann ich mir vorstellen, dass der zweite Teil wesentlich besser wird. Ich hoffe es zumindest. Somit wäre dann Band eins eine etwas lange, lesbare Einleitung zum zweiten Teil.
Deshalb werde ich wahrscheinlich dennoch den zweiten Teil lesen. Es sind einige Fragen offen geblieben und ich würde sehr gerne wissen, wie es mit den Runaren weitergeht.


Fazit


Wem also eine egoistische, verwöhnte Protagonistin nicht stört und auch nichts gegen eine etwas eintönige Liebesgeschichte hat, kann das Buch ruhig an einem langweiligen Nachmittag lesen. Allen anderen rate ich von dem Buch ab, denn es ist wie eine zu lang geratene Einleitung hin zu Band zwei.
Außerdem wird meiner Meinung nach nicht angemessen mit dem Thema Sex umgegangen und ist somit nicht ideal als Lektüre für Teenager und junge Erwachsene. Allerdings ist es aufgrund der Umsetzung auch kein Buch für Erwachsene Fantasy-Fans.


Leserunde


Das Buch habe ich bei einer Leserunde auf lovelybooks.de gewonnen. Dort sind auch die Rezensionen der anderen Teilnehmer verlinkt. Vielleicht magst Du auch diese durchlesen, denn schließlich waren manche richtig begeistert von dem Buch und können Dir somit nochmal einen anderen Eindruck geben.