Josiahs Stimme. Ein stummer Junge erzählt vom Himmel

von Tahni Cullen und Cheryl Ricker



Inhalt


Erst nach ein paar Jahren stellen Josiahs Eltern fest, dass ihr Sohn stark autistisch ist. Die darauffolgenden Jahre sind sehr schwer für jeden einzelnen der kleinen Familie. Mit der Zeit fängt Josiah aber an, auf dem Tablet seiner Mutter zu schreiben und kommuniziert so wieder mit ihnen. Dabei handeln die Gespräche sehr oft von Botschaften von Jesus bzw. Gott, die er an seine Mutter oder andere übermitteln soll, und von seinen Erlebnissen im Himmel.


Meine Meinung


Krankheit und Glaube
Als allererstes muss man anmerken, dass das ganze Buch aus der Sicht der Mutter geschrieben wurde. Josiahs Vater nimmt dabei nur eine geringe Rolle ein. Dagegen kommt Josiah selbst schon mehr zu Wort, da seine Texte vor allem gegen Ende des Buches sehr ausführlich widergegeben werden.
Insgesamt fällt es mir schwer das Buch zu beurteilen. Ich hatte mir mehr Einblicke in die Krankheit Autismus erhofft. Es wird zwar hin und wieder Josiahs ungewöhnliches Verhalten geschildert, aber nie wirklich intensiv und erklärend. Zwar hat sich Josiahs Mutter mit der Krankheit ihres Sohnes auseinandergesetzt, aber an diesem Wissen lässt sie einen nicht wirklich Teil haben. Der Schwerpunkt dieses Buches liegt an sich ja auch nicht auf der Krankheit Autismus, aber ein paar Informationen mehr darüber wären schön gewesen. Die Aussagen, die über Josiahs Krankheit getroffen werden, kann ich zudem nicht auf ihre medizinische Korrektheit prüfen.
Genauso verhält es sich mit Josiahs Aussagen beispielsweise über den Himmel. Denn Josiah erzählt einiges über den Himmel, an das ich so nicht glaube. Einige seiner Aussagen sind zudem nicht biblisch fundiert. Vor allem ein Kapitel hat mich daher innerlich sehr aus der Ruhe gebracht und mich in meinem Glauben verwirrt, anstatt zu stärken.
Im Gegensatz dazu, scheinen viele seiner Worte der Wahrheit zu entsprechen. Manche Informationen konnte Josiah überhaupt nicht wissen, und doch wusste er sie. Manche Begegnungen hatte er vorausgesehen, ohne dass es dafür irgendwelche Anzeichen gab. Das zeigt mir schon, dass – sofern seine Mutter nicht lügt, wovon ich nun wirklich nicht ausgehe – Josiah mit Gott Kontakt hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass seine Worte und sein Wissen von bösen Geistern stammen.
Aber manche Aussagen von ihm, lassen mich wiederum sehr an deren Wahrheit zweifeln. Ich bin daher sehr zwiegespalten, ob ich Josiahs Worten Glauben schenken soll oder nicht. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass seine Worte nur zum Teil wahr sind. Entweder er hat eine Verbindung zu Gott oder nicht. Warum sollte unser Vater zulassen, dass wir teils richtige und teils falsche Informationen erhalten? Wie sollten wir sie sonst auseinander halten können?

Schreibstil

Das Buch lässt sich insgesamt flüssig lesen. In der Regel wird die Geschichte chronologisch erzählt. Doch dann wird immer wieder einmal etwas rückblickend erzählt, weshalb man sich manchmal der Reihenfolge der Ereignisse nicht ganz sicher ist.
Auch wurden manchmal Ereignisse erzählt, die für mich keinen Einfluss auf die nächsten Absätze oder Seiten hatten, als wären sie nur da, um die Seiten zu füllen.


Fazit


Ich bin mir sehr unsicher, inwiefern Josiahs Aussagen der Wahrheit entsprechen. Sie haben mich teilweise ziemlich verwirrt. Daher werde ich es auch erfahrenere Christen lesen lassen, um mit ihnen darüber reden zu können. Ich bin schon sehr auf ihre Meinung gespannt und werde anschließend einen Nachtrag zu dieser Rezension liefern.
Insgesamt hat mich daher das Buch hauptsächlich zum Nachdenken darüber angeregt, ob Josiah von Gott geleitet ist oder nicht. Und wenn ja, ob alles wirklich allgemeingültig oder manches nur für Josiah so ist.
Es hat mir aber auch gezeigt, dass Gott uns auch heute noch sehr nahe ist und uns sehr persönlich begegnet, was ich so für nicht mehr vorhanden gehalten habe – sofern alles der Wahrheit entspricht.


Allgemeine Informationen


Leseprobe
Gebunden
inkl. acht-seitigem Bildteil
312 Seiten
ISBN: 978-3-7751-5770-4
SCM